Ferninspektion Rauchmelder

Fachbegriffe zum Thema
„Ferninspektion von Rauchwarnmeldern“

Bauweise

Rauchwarnmelder werden hinsichtlich verschiedener Inspektionsverfahren nach den Bauweisen A, B und C unterschieden. Dabei sind Geräte der Bauweise A einer jährlichen Vor-Ort-Inspektion zu unterziehen, solche der Bauweise B ermöglichen eine teilweise und die der Bauweise C eine vollständige Ferninspektion. Über diese Einteilung hinaus besteht die Möglichkeit, Melder einer bestimmten Bauweise um weitere Funktionen zu ergänzen. Ein Beispiel dafür ist der Rauchwarnmelder Ei650FA-SC327, der auch sein akustisches Warnsignal automatisch überprüft und sich damit als „Bplus“ Melder positioniert.

Rauchwarnmelder Bauweise

Datenübertragung

Ferninspizierbare Rauchwarnmelder senden ein Funksignal aus, das alle relevanten Daten an eine Empfangseinheit überträgt. Für die Betreiber sind Geräte besonders interessant, die nach dem Standard des Open Metering Systems (OMS) arbeiten. Denn das herstelleroffene OMS auf Grundlage des wireless M-Bus bietet eine große Flexibilität. Es gilt auch als Schlüsseltechnik für die drahtlose Ablesung intelligenter Zähler für Energie- und Wasserversorgung. Empfangen werden die Daten entweder mit Hilfe eines Mitarbeiters, der mit einem mobilen Empfangsgerät durch das Treppenhaus geht, oder von einem fest installierten Datensammler im Treppenhaus, der die Informationen zum Beispiel über Mobilfunk weitergibt.

DIN SPEC

Neben der neuen Fassung der DIN 14676 soll im Jahr 2018 auch eine DIN SPEC für ferninspizierbare Melder verabschiedet werden. Darin sollen die Anforderungen „an eine technische Einrichtung als Bestandteil einer Ferninspektion in Bezug auf den Nachweis der Betriebsbereitschaft eines Rauchwarnmelders eingebaut in einen Rauchwarnmelder nach DIN EN 14604“ beschrieben werden. Denn die Anwendungsnorm DIN 14676 darf keine technischen Spezifi kationen enthalten. Das Deutsche Institut für Normung DIN sorgt dafür, dass eine DIN SPEC nicht mit bestehenden Normen kollidiert.

Elektromagnetische Verträglichkeit

Rauchwarnmelder für die Ferninspektion senden ihre Informationen mit einer sehr geringen Funkleistung. So überträgt der Ei650FA-SC327 von Ei Electronics sein verschlüsseltes Signal auf einer Frequenz von 868.95 MHz mit höchstens 12,5 Milliwatt. Zum Vergleich: ein W-Lan-Router besitzt ein Vielfaches der Leistung. Die Entwickler stellen zudem die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) des Produkts sicher – dass der Rauchwarnmelder also keine Wechselwirkungen mit anderen elektronischen Geräten erzeugt.

Ferninspektion

Die Funkübertragung ist das Mittel der Wahl, um die vorgeschriebene jährliche Inspektion von Rauchwarnmeldern komfortabel aus der Ferne abzuwickeln. Denn so muss die Wohnung nicht mehr zur Kontrolle der Rauchwarnmelder begangen werden. Das aufwendige Vereinbaren und Einhalten von Terminen fallen also weg. Die Ferninspektion verbindet bewährte Lösungen zur Sicherstellung der Betriebsbereitschaft von Rauchwarnmeldern mit neuen Funktionen und der drahtlosen Datenübertragung.

Flexibilität

Die Möglichkeit zur Ferninspektion macht das Management von Rauchwarnmeldern in größeren Wohnungsbeständen zeitlich flexibel, da keine Termine mehr für die Begehung der Wohnung vereinbart werden müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Geräte, die nach dem Standard des Open Metering Systems kommunizieren, sich gut in bestehende oder neue Infrastrukturen integrieren lassen. Damit sind sie also auch technisch flexibel. Das ist für Selbstableser ebenso wichtig wie für die Vergabe entsprechender Dienstleistungsaufträge.

Funktion

Ein für die Ferninspektion geeigneter Rauchwarnmelder bietet sämtliche Funktionen eines herkömmlichen Rauchwarnmelders nach DIN EN 14604. Dazu gehört neben dem Alarm bei Rauchentwicklung zum Beispiel auch die lokale Fehlermeldung bei Beeinträchtigungen der Stromversorgung. Das ist wichtig, damit beim Einzug in einen Neubau die gesetzlichen Schutzvorschriften bereits mit der Montage der Rauchwarnmelder erfüllt werden. Die Auswahl des Wartungsdienstleisters und die entsprechende Einbindung der Geräte in dessen System kann auch später erfolgen.

Gleichwertigkeit zur Vor-Ort-Inspektion

Technisch war eine Ferninspektion von Rauchwarnmeldern schon länger möglich. Aber erst die aktualisierte Fassung der DIN 14676-1 („Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung – Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung“) beschreibt die teilweise oder vollständige Ferninspektion von Rauchwarnmeldern ausdrücklich als Verfahren der Instandhaltung. Die Ferninspektion gilt dabei als absolut gleichwertig gegenüber der Vor-Ort-Inspektion. So bietet die neue Fassung der Norm eine verlässliche Grundlage für die Anwendung des Verfahrens.

Hausverwaltungen

Insbesondere bei Beständen von 300 und mehr Wohneinheiten lohnt sich die Ferninspektion von Rauchwarnmeldern für Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen. Denn ab dieser Größenordnung wirken sich die Zeiteinsparung und die schlanke Organisation wirtschaftlich besonders deutlich aus. Das gilt für Selbstableser und für die Vergabe der Ferninspektion als Dienstleistung gleichermaßen, sowohl für Miet- als auch für Eigentumswohnungen.

Inbetriebnahme

Zur sachgerechten Inbetriebnahme nach dem Einbau des Rauchwarnmelders gehören gemäß der neuen Fassung der DIN 14676-1 eine sofortige Funktionsprüfung, die Dokumentation, wenn möglich eine Einweisung der Wohnungsnutzer und schließlich die Übergabe der Gebrauchsanleitung des Herstellers.

Inspektion

Die regelmäßige Inspektion eines Rauchwarnmelders ist gesetzlich vorgeschrieben, damit sein aktueller Zustand über die bis zu zehnjährige Nutzungszeit in angemessenen Intervallen festgestellt werden kann. Dabei wird grundsätzlich eine jährliche Inspektion empfohlen, wobei für verschiedene Funktionen unterschiedliche Inspektionsintervalle definiert wurden.

Inspektionsintervalle

Die Norm DIN 14676-1 empfiehlt eine jährliche Inspektion sämtlicher Funktionen von Rauchwarnmeldern. Wer sich an diese sinnvolle Empfehlung hält, erfüllt automatisch alle Fristen: Jährlich (12+3 Monate) müssen Energieversorgung und Rauchsensorik inspiziert werden, außerdem ist sicherzustellen, dass der Rauchwarnmelder weder demontiert noch funktionsrelevant beschädigt ist. Die Funktionsfähigkeit des akustischen Warnsignals und die Raucheintrittsöffnungen müssen mindestens alle 30 Monate kontrolliert werden. Das freie Umfeld im Umkreis von 50 Zentimeter rund um das Gerät ist alle 36 Monate zu inspizieren.

Instandhaltung

Die Instandhaltung von installierten Rauchwarnmeldern umfasst vorbeugende Tätigkeiten, zu denen auch die Inspektion gehört, sowie möglicherweise notwendige Maßnahmen zur Wartung und Instandsetzung. Ziel aller Maßnahmen ist es, die vorgeschriebenen Funktionen der Rauchwarnmelder sicherzustellen.

Mitwirkung der Nutzer

Nutzer einer Wohneinheit können effizient in die Prüfung von Rauchwarnmeldern mit eingebunden werden. Das betrifft insbesondere jene Kontrollen, die das unmittelbare Wohnumfeld betreffen: die Prüfung auf eine freie Raucheintrittsöffnung und die Kontrolle des Umfeldes im Umkreis von 50 Zentimetern um das Gerät. Setzt man beispielsweise einen B-Melder mit erweitertem Funktionsumfang wie den Ei650FA-SC327 von Ei Electronics ein, lässt sich mit Hilfe der Nutzer der komplette Inspektionsbedarf ohne Begehung der Wohnung abdecken. Die Mitwirkung sollte den Nutzern gut zu vermitteln sein, schließlich liegt gemäß der meisten deutschen Landesbauordnungen die Verantwortung für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft von Rauchwarnmeldern sowieso bei den unmittelbaren Besitzern oder Nutzern einer Wohnung.

Norm

Die Norm DIN 14676-1 umfasst die Regeln für Planung, Installation, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern in Deutschland. Ihre erste Fassung wurde 2003 veröffentlicht und in den Jahren 2006 und 2012 aktualisiert. Am 25. Oktober 2018 wurde erneut eine Neufassung veröffentlicht. Sie beschreibt erstmals drei gleichwertige Verfahren zur Inspektion von Rauchwarnmeldern: die Vor-Ort-Inspektion sowie die teilweise oder vollständige Ferninspektion. Künftig erscheint die Norm zudem in zwei Teilen: Die Anwendungsnorm DIN 14676-1 über „Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung“ von Rauchwarnmeldern, sowie die Dienstleistungsnorm DIN 14676-2 „Anforderungen an den Dienstleistungserbringer“. Die Neufassung der DIN 14676 markiert damit einen wichtigen Meilenstein in der Professionalisierung des immer noch jungen Marktes für Rauchwarnmelder in Deutschland.

Open Metering System OMS

Das Open Metering System OMS ist ein herstellerübergreifender Kommunikationsstandard für intelligente Zähler und andere Geräte der Gebäudeautomation. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezieht sich in seiner Technischen Richtlinie TR-03109, welche die Kommunikationskanäle im Smart Metering beschreibt, ausdrücklich auf die OMS-Spezifikation als eine der zulässigen Schnittstellen im Local Metrological Network (LMN). Die Datenübertragung basiert auf dem bewährten M-Bus, bei der drahtlosen Datenübertragung als „Wireless M-Bus“.

Verfahren B

Rauchwarnmelder der Bauweise B erlauben eine Teil-Ferninspektion. Dabei werden vier Funktionen aus der Ferne überprüft: Die Funktion von Energieversorgung und Rauchsensorik wird kontrolliert, außerdem wird festgestellt, dass der Rauchwarnmelder nicht demontiert ist und dass keine funktionsrelevanten Beschädigungen vorliegen. Ei Electronics zeigt mit dem Rauchwarnmelder Ei650FA-SC327, wie sich das Leistungsspektrum von Geräten der Bauweise B intelligent erweitern lässt: Dieser Rauchwarnmelder erfüllt alle Anforderungen an die teilweise Ferninspektion, zudem prüft er sein akustisches Warnsignal automatisch selbst. So entsteht ein „Bplus“-Melder.

Verfahren C

Der Leistungsumfang eines Rauchwarnmelder der Bauweise C wird als komplette Ferninspektion beschrieben. Dabei führt das Gerät alle Prüfungen aus, die zu einer Teil-Ferninspektion gehören, also die Funktion von Energieversorgung und Rauchsensorik sowie die Kontrolle auf Demontage und funktionsrelevante Beschädigungen. Dazu kommen weitere Punkte wie die Kontrolle des Warnsignals und die Prüfungen, dass die Raucheintrittsöffnungen frei sind und dass in einem Bereich von 50 Zentimeter um den Rauchwarnmelder keine Objekte wie zum Beispiel Möbel das Umfeld versperren. Als besonders riskant gelten hier das Überkleben oder Überstreichen der Öffnungen bei Renovierungsarbeiten.

Vollausstattung

Für den Einsatz von ferninspizierbaren Rauchwarnmeldern ist es sinnvoll, sämtliche Wohnräume auszurüsten. Das erhöht die Sicherheit der Bewohner, gerade auch bei einer eventuellen Umnutzung der Räume.

Wohnungsunternehmen

Insbesondere bei Beständen von 300 und mehr Wohneinheiten lohnt sich Ferninspektion von Rauchwarnmeldern. Denn ab dieser Dimension wirken sich die Zeiteinsparung und die schlanke Organisation wirtschaftlich besonders positiv aus. Das gilt für Selbstableser und für die Vergabe der Ferninspektion an Dienstleistungsfirmen gleichermaßen, sowohl bei Miet- und als auch bei Eigentumswohnungen.